Besuch Rathaus Wenden 200120

 

Bei einem gemeinsamen Besuch im Wendener Rathaus sprachen die Bundestagsabgeordnete Nezahat Baradari (SPD) und die Vorsitzende der SPD Wenden, Jutta Hecken-Defeld mit Bürgermeister Bernd Clemens über aktuelle Themen in Wenden.

Wenden habe in den letzten Jahren einiges in Angriff genommen, so der Bürgermeister. Er verwies u. a. auf den Kauf der Janusz-Korczak-Schule in Schönau, wo die Musikschule Einzug halten soll, um an ihrem alten Standort in Möllmicke Kita-Plätze zu schaffen. Um dem Fehlbedarf entgegen zu wirken, sei zudem in Gerlingen, Ottfingen und Heid in die Entstehung weiterer Kita-Plätze investiert worden.

Jutta Hecken-Defeld sprach das Hallenbad in Wenden an, wo der Rat in Kürze entscheiden wird, ob es umfangreich saniert wird oder ob ein Neubau in Frage kommt. Bedenken habe die SPD bei einer Sanierung vor allem wegen dem noch nicht abzuschätzenden Risiko höherer Kosten, weil die Maßnahmen aufwändiger werden könnten, als geplant. „Das gute Beispiel eines günstigen Hallenbadbaus in Werdohl hat die Frage aufgeworfen, ob ein Neubau nicht letztlich die effektivere Lösung für Wenden ist.“

Die Bedingungen für den Neubau des Bades in Werdohl seien nicht so einfach auf Wenden übertragbar, erläuterte Bürgermeister Clemens. Anhand berechneter Baukostenszenarien bei einem Neubau des Bades favorisiere er weiterhin die Sanierung als den besten Weg, „zumal Wenden in den nächsten Jahren viel in Baumaßnahmen u. a. für Schulen und Feuerwehrhäuser investieren muss.“ Ein Planungsentwurf beziffere die Maßnahmen mit 37 – 54,6 Mio. Euro. Nezahat Baradari versprach sich unterstützend zu erkundigen, ob der Bund Fördermöglichkeiten für kommunale Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur vorsieht, die von der Gemeinde genutzt werden können.

„Eine Herausforderung, der sich Wenden stellt“, so Bürgermeister Clemens, „ist die medizinische Versorgung in der Gemeinde. In der vergangenen Woche gab es ein Treffen mit allen Fraktionsvorsitzenden, Ärzten und Apothekern. Es wurde über die Möglichkeiten eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) gesprochen.“ Nun werde eine Beraterfirma im Auftrag der Gemeinde die Ärzte noch einzeln ansprechen, um sie nach ihrer Meinung oder anderem Unterstützungsbedarf zu befragen. Daraus ableiten werde sich dann die weitere Vorgehensweise in Wenden.

Nezahat Baradari lobte die Unternehmungen der Gemeinde: „Die Zukunft der medizinischen Versorgung auf dem Lande ist eng verzahnt mit der Stärkung der Kommunen. Denn dort, wo es Kindergartenplätze, weiterführende Schulen, Krankenhäuser und eine gutes öffentliches Verkehrsnetz gibt, sind junge Mediziner auch bereit sich niederzulassen.“ Sie bot an, die Gemeinde auf diesem Weg zu begleiten und ihre Kontakte als Kinder- und Jugendärztin zu nutzen, um die bislang erfolglose Suche nach einem Nachfolger für die Apotheke in Hünsborn zu unterstützen.

Über die Notwendigkeit, auch den ländlichen Bereich mit schnellem Internet auszustatten, waren sich alle Gesprächspartner einig. „Wir sind ein Industriestandort und müssen aufpassen, dass wir nicht abgehängt werden“, gab Nezahat Baradari zu bedenken. Schnelles Internet für die Region sei unverzichtbar. In Arbeit ist der Netzausbau in der Gemeinde derzeit in Kooperation mit der Deutschen Telekom in den Ortschaften Möllmicke, Hillmicke, Dörnscheid, Römershagen, Wenden und Schönau.

„Was die Entwicklung von Bauland in Wenden angeht“, erklärte Bernd Clemens, „so ist die Gemeinde im Zuge der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans in guten Gesprächen mit der Bezirksregierung Arnsberg, dass in den nächsten Jahren 20 Hektar ausgewiesen werden.“ Mit Blick auf benötigte Gewerbeflächen in Wenden sagte Jutta Hecken-Defeld: „Zur Förderung von Wirtschaft und Beschäftigung müssen wir Gewerbetreibenden die Möglichkeit geben, sich in unserer Gemeinde anzusiedeln oder zu expandieren, um Arbeits- und Ausbildungsplätze zu sichern.“ Nezahat Baradari wies darauf hin, dass der Flächenverbrauch in Deutschland nach wie vor auf hohem Niveau sei. Auch um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, müsse der Flächenverbrauch reduziert werden. „Der derzeit durch Naturkatastrophen spürbare Klimawandel wird auch eines Tages vor uns nicht Halt machen. Durch die Überbauung von Flächen verlieren die natürlichen Bodenfunktionen an Leistungsfähigkeit. Es leiden die Wasserspeicherfähigkeit, die Bodenfruchtbarkeit und die Fähigkeit Schadstoffe zu filtern. Im Sinne der Umwelt und des Klimaschutzes sei es wichtig, möglichst weniger Flächen zu versiegeln und zu prüfen, ob Gebäude - statt sich in der Fläche auszuweiten - nicht auch mehrstöckig gebaut werden können.

In Umwelt-und Klimafragen sei die Gemeinde Wenden auf gutem Weg, erklärte Bürgermeister Clemens. „Klimaschutz hat hier bereits seit den 1990er Jahren Tradition. Mit Klimaschutzmaßnahmen wie der Auslobung eines Klimaschutzpreises oder der Teilnahme am European Energy Award wurden viele Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die beispielsweise den Energieverbrauch in der Gemeinde reduzieren.“ Die Gemeinde sei jetzt dabei, eine langfristige Klimaschutzstrategie zu entwickeln. Ein erster Entwurf werde in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses im März vorgestellt. „Im Entwurf soll ein Schwerpunkt definiert werden und ebenso ein Maßnahmenplan.“

 

Rund zwei Stunden unterhielten sich die Besucherinnen mit Bürgermeister Bernd Clemens. „Es ist mir wichtig, einen guten Kontakt in die Rathäuser zu halten“, betonte Nezahat Baradari. So könne sie Themen, die innerhalb der Kommune von Bedeutung sind, auf anderer Ebene im Bundestag unterstützen.

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