Austausch mit dem Bürgerbusverein Wenden e. V.

Von links: Wolfgang Loosen (Bürgerbusverein Wenden e.V.), Ludger Reuber, Fraktionsvorsitzender Matthias Böhler und Robert Dornseifer von der SPD-Wenden
Beim Treffen zwischen Mitgliedern der SPD‑Wenden und dem Bürgerbusverein Wenden e.V. stand erneut die Rolle des Bürgerbusses für die Mobilität in der Gemeinde im Mittelpunkt. Im Gespräch wurde deutlich: der Bürgerbus ist mehr als ein Transportmittel. Er ist ein sozialer Treffpunkt, ein Stück gelebte Nachbarschaft und für manche Menschen ein unverzichtbares Angebot.
Aktuelle Fahrgastzahlen – deutlicher Rückgang seit Corona
Der Bürgerbus wurde im Jahr 2025 von insgesamt 988 Fahrgästen genutzt – das entspricht durchschnittlich rund vier Personen pro Tag. Damit liegen die Zahlen weiterhin deutlich unter dem Niveau der Vor‑Corona‑Zeit, als der Bürgerbus in den Jahren 2011/2012 noch rund 3.000 Fahrgäste jährlich beförderte. Der Verein hofft, dass sich die Zahlen langfristig wieder erholen, doch dafür braucht es stabile Strukturen und ausreichend ehrenamtliche Unterstützung. Eine Fahrt mit dem Bürgerbus kostet 1,50 €. Ein Vierer-Ticket kann für 5 € erworben werden.
Ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer dringend gesucht
Ein zentrales Thema war der Rückgang der aktiven Fahrerinnen und Fahrer. Ende 2025 verfügte der Bürgerbusverein noch über zwölf Fahrer, aktuell sind es nur noch zehn. „Ohne neue Mitstreiter wird es schwer, dieses Angebot dauerhaft aufrechtzuerhalten“, so Wolfgang Loosen vom Bürgerbusverein. Der Verein ist auf der Suche nach weiteren Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten.
Wer Bürgerbus fährt, bewegt nicht nur ein Fahrzeug – sondern Menschen. Die Fahrerinnen und Fahrer sind oft auch Helfer, Gesprächspartner und Ratgeber. Sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr. Dieses Engagement macht den Bürgerbus zu dem, was er ist: ein menschliches, niedrigschwelliges und herzliches Mobilitätsangebot.
Jede neue Fahrerin und jeder neue Fahrer stärkt dieses wichtige Projekt. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit beim Bürgerbusverein melden (Gerhard Pelz: 02762 – 7862). Die Voraussetzungen für eine Mitarbeit sind der Führerschein Klasse B sowie der Personenbeförderungsschein, dessen Kosten der Bürgerbusverein übernimmt. Mit der Zusage für den Bürgerbus verpflichtet sich ein Fahrer, im Jahr mindestens zwölf Einsätze zu leisten. Eine Einweisung durch das Team des Bürgerbusvereins erfolgt selbstverständlich, und das Team freut sich über jede Unterstützung.
Finanzielle Lage weiterhin angespannt
Ein weiteres Thema war die finanzielle Situation des Vereins. Das vor vier Jahren angeschaffte Fahrzeug zeigt sich leider sehr reparaturanfällig, was zu hohen laufenden Kosten führt. Zwar erhält der Verein dank der Buswerbung seiner Sponsoren regelmäßige Einnahmen, doch das Budget bleibt eng. Daher wurde die Frage aufgeworfen, ob der Bürgerbusverein von der Förderrichtlinie der Gemeinde Wenden profitieren kann. Die SPD‑Vertreter wollen dies nun prüfen und klären, welche Unterstützungsmöglichkeiten bestehen.
Blick in die Zukunft: On‑Demand‑Verkehre
Im Entwurf des neuen Nahverkehrsplans des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen‑Süd (ZWS) ist auch von On‑Demand‑Verkehren die Rede. Sollte ein solches System im Kreis Olpe eingeführt werden, könnte die Verantwortung künftig beim Kreis liegen. Die Vertreter der SPD-Wenden wollen prüfen, welche Auswirkungen dies auf den Bürgerbus haben könnte und wie sichergestellt werden kann, dass Mobilität in der Gemeinde weiterhin zuverlässig gewährleistet bleibt.