SPD-Wenden wählt neuen Vorsitzenden

Die SPD Wenden hat auf ihrer Mitgliederversammlung am 13. März einen neuen Vorstand gewählt

Nach zwölf Jahren an der Spitze des Ortsvereins übergab Jutta Hecken-Defeld den Vorsitz an Boris Eberlein aus Hünsborn. Hecken-Defeld bleibt dem Vorstand jedoch erhalten: Sie begleitet den Übergang aktiv und übernimmt künftig die Funktion der Schriftführerin. „Ich habe diese Aufgabe viele Jahre sehr gerne ausgeübt. Jetzt freue ich mich, dass jemand bereitsteht, der den Vorsitz gut ausfüllen kann. Es ist richtig, die Zügel weiterzugeben“, sagte Hecken-Defeld. Nach 22 Jahren Vorstandsarbeit, davon 12 Jahre als Vorsitzende, sei nun der richtige Moment für einen Wechsel.

Foto vorne von links: Jutta Hecken-Defeld, Catrin Stockhecke-Meister, Hildegund Hennrichs, Sibille Niklas, Boris Eberlein, Heike Pfeifer und Astrid König-Ostermann
Hinten von links:
Andreas Pfeifer, Matthias Böhler, Jörg Beßmann und Christoph Hötte

Vor den Vorstandswahlen blickte Jutta Hecken-Defeld auf ihre Zeit im Amt zurück

„Ich durfte großartige Menschen und beeindruckende Orte kennenlernen – Erfahrungen, die ohne die Nähe zur SPD nicht möglich gewesen wären. Unsere Vorstandsarbeit lebte davon, dass wir gemeinsam an einem Strang gezogen haben und uns auch als Menschen freundschaftlich verbunden sind.“

Würdigung der erfolgreichen Arbeit der AsF Wenden

In ihrem Rückblick hob sie besonders das Engagement der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF Wenden) hervor, die in den vergangenen Jahren entscheidend zur Sichtbarkeit und Stärke der SPD Wenden beigetragen hat. Mit Formaten wie dem jährlichen Babyempfang, mehreren Ausstellungen zu frauenpolitischen Themen im Museum Wendener Hütte sowie zahlreichen weiteren Initiativen setzte die AsF wichtige Impulse.

Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des renommierten Wilhelm-Dröscher-Preises auf dem SPD-Bundesparteitag 2017 – eine der höchsten Auszeichnungen für herausragendes ehrenamtliches Engagement in der Partei. Dieser Moment sei für sie ein „Gänsehautmoment“ gewesen, den sie bis heute abrufen könne. Federführend beteiligt am Erfolg der AsF Wenden waren die Vorsitzende Hildegund Hennrichs sowie Jutta Hecken-Defeld, Sibille Niklas und Astrid König-Ostermann.

Antrittsrede des neuen Vorsitzenden

Der neue Vorsitzende Boris Eberlein betonte in seiner Antrittsrede seine enge Verbundenheit zur SPD, die in seiner Familie eine lange Tradition hat. Beide Eltern waren und sind bis heute politisch aktiv, sein Vater als langjähriger AWO-Vorsitzender in Siegen bekannt. Darüber hinaus sammelte Boris Eberlein erste Erfahrungen als Mitglied im Vorstand des SPD-Kreisverbandes. In der kommunalpolitischen Arbeit unterstützt er die SPD-Fraktion in Wenden als Ersatzmitglied im Sport- und
Kulturausschuss sowie als sachkundiger Bürger im Umweltausschuss. Mit seinem politischen Interesse hat er bereits wertvolle Einblicke in die praktische Parteiarbeit und auch in die Ausschussarbeit gewonnen.

Im Vorstand ergeben sich weitere Veränderungen

  • Sibille Niklas bleibt stellvertretende Vorsitzende
  • Catrin Stockhecke-Meister wurde neu als weitere stellvertretende Vorsitzende gewählt.
  • Heike Pfeifer führt weiterhin die Kasse, unterstützt künftig von Andreas Pfeifer als stellvertretendem Kassierer.
  • Christoph Hötte wurde erneut zum Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit gewählt.
  • Astrid König-Ostermann, die im vergangenen Jahr aus dem Gemeinderat ausgeschieden ist, verstärkt den Vorstand als Beisitzerin.
  • Weitere Beisitzer sind Jörg Beßmann und Hildegund Hennrichs.

Eine weitere Veränderung betrifft die Verbindung zwischen Fraktion und Vorstand

Da Ludger Reuber bereits im vergangenen Jahr den Fraktionsvorsitz abgegeben hat, scheidet er aus dem Vorstand aus. Als neuer Fraktionsvorsitzender rückt Matthias Böhler in den Vorstand nach. Der neue Vorstand steht vor wichtigen Aufgaben: Die Vorbereitung der kommenden Landtagswahl, die Begleitung der vielfältigen Themen der SPD-Fraktion im Gemeinderat sowie die Organisation des diesjährigen Ehrenamtsempfangs des SPD-Kreisverbands Olpe. Dieser findet am 20. Juni im Hotel Wacker in Brün statt – ausgerichtet vom SPD-Ortsverein Wenden.

Zum Abschluss der Versammlung überreichte Jutta Hecken-Defeld ihrem Nachfolger ein kleines Präsent sowie einige ihrer bewährten Arbeitsutensilien, mit denen sie ihre Aufgaben in den vergangenen Jahren strukturiert gemeistert hatte. Sie wünschte ihm „eine glückliche Hand, um die SPD Wenden erfolgreich zu leiten“.

Jubilare

Neben den Vorstandswahlen stand auch die Jubilarehrung auf der Tagesordnung. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde Martin Fiskal aus Rothemühle in der Versammlung geehrt. Weitere, jedoch nicht anwesende Jubilare sind Hans-Jürgen Ernst aus Gerlingen (50 Jahre), Ruth Halbe aus Möllmicke (50 Jahre) sowie Christian Breidebach aus Wenden (40 Jahre)

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Foto von links: Boris Eberlein, Frau Fiskal, Jubilar Martin Fiskal und Jutta Hecken-Defeld

Bericht des Fraktionsvorsitzenden aus dem Gemeinderat

Matthias Böhler, Fraktionsvorsitzender der SPD Wenden, zog Bilanz zur ersten Phase der Ratsarbeit 2025/2026 – geprägt von einem deutlich konservativen Übergewicht im Gemeinderat. Bereits in der Haushaltsdebatte habe die SPD deutlich gemacht, dass die Gemeinde vor großen Investitionsentscheidungen steht. Viele Projekte seien notwendig, sinnvoll und „längst überfällig“ und dürften nicht weiter aufgeschoben werden. „Wir bleiben dran und fordern die konsequente Umsetzung bereits beschlossener Investitionen“, bekräftigte der Fraktionsvorsitzende.

Das neue Schwimmbad in Wenden, ein Projekt, das maßgeblich auf einen Antrag der SPD Wenden zurückgeht, befindet sich auf der Zielgeraden

Die Fertigstellung rückt näher, ab Juli 2026 soll die Einfahrphase beginnen, und ab Oktober 2026 ist der reguläre Betrieb vorgesehen. Aus Sicht der SPD hätte das Projekt deutlich kostengünstiger realisiert werden können, wäre der Bau nicht über Jahre hinweg verzögert worden. Nun würden zusätzliche bauliche Maßnahmen dem Schwimmbad zugerechnet, obwohl sie nicht ursächlich mit dem Projekt zusammenhingen. Dies müsse aus Sicht der SPD-Fraktion klar benannt und korrigiert werden.

Auch an den Grundschulen in Wenden und Rothemühle sieht die SPD erheblichen Handlungsbedarf. Der Investitionsstau sei unübersehbar, notwendige Sanierungen und Modernisierungen kämen kaum voran. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Ortskernentlastungsstraße Gerlingen, die seit mehr als fünf Jahren in der Planung steckt, ohne dass ein erkennbarer Fortschritt erzielt wurde. Beispiele für langwierige Prozesse und nur schleppend vorankommende Projekte.

Die SPD-Fraktion habe feststellen müssen, dass ihr Engagement in der vergangenen Wahlperiode vom Wähler nicht honoriert wurde und nun die CDU die politische Verantwortung trägt. „Jetzt muss die Mehrheitsfraktion zeigen, dass sie liefern kann“, so Fraktionsvorsitzender Matthias Böhler. Die SPD werde weiterhin konstruktiv mitarbeiten und sich nicht verweigern – erwarte jedoch, dass zentrale Projekte endlich vorankommen.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Christin-Marie Stamm gratulierte dem neuen Vorsitzenden der SPD Wenden. Sie berichtete über Aktuelles aus dem Landtag und warb für den Kita-Gipfel am 21. April, eine Veranstaltung, die sie gemeinsam mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Frank Müller im Café/Restaurant Himmelreich in Attendorn anbieten möchte. Dabei gehe es um Kitas als zentralem Lern- und Lebensort für Kinder. Gemeinsam mit den Beschäftigten in der frühkindlichen Bildung begleiten Eltern ihre Kinder durch prägende, weichenstellende frühe Lebensphasen. Soziales Lernen, sprachliche, motorische und emotionale Bildung, Selbstregulation – und noch viel mehr – werden in der Kita jeden Tag gelernt, erlebt und vertieft. Doch all das geschieht heute unter schwierigen Bedingungen: Das System der frühkindlichen Bildung ist überlastet, das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) chronisch unterfinanziert und setzt in vielen Bereichen falsche Prioritäten.

Die nun geplante Revision des KiBiz wird diese Bedingungen nach Meinung der SPD verschlechtern. Was die Vorhaben von CDU und Grünen für Kinder, Eltern und
Fachkräfte bedeuten und warum die SPD die Pläne als das „Schlechte-Kita-Gesetz“ für NRW begreift, darüber möchte man bei der Veranstaltung ins Gespräch kommen
und Alternativen diskutieren.

 

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